Praktikumsbericht Nr.1

 

Ich habe als Praktikantin am diesjährigen Interuni- Seminar teilgenommen und damit eine interessante neue Erfahrung gemacht. Ich war bereits zuvor bei ähnlichen Seminaren, habe jedoch bisher nur als Student und nicht als Praktikant mitgemacht.

Als ich am ersten Tag im Seminarhaus angekommen bin, war mir anfangs nicht klar, was auf mich zukommt. Das erste Lehrermeeting hat mehr verwirrt, als dass es deutlich gemacht hätte, was die Praktikanten nun wirklich machen sollen. Also habe ich beschlossen, zunächst abzuwarten was auf mich zukommt. Bei der Gruppeneinteilung habe ich fast nur mit Leuten gesprochen, die Deutsch schon sehr gut beherrschen. Wir konnten nach der Selbstvorstellung ganz normal miteinander über die verschiedensten Themen diskutieren. Mit Ausnahme davon, dass es im Raum zu laut war, weil noch eine andere Gruppe sich dort aufgehalten hat, hat alles ohne Probleme funktioniert. In der „Kneipe“ habe ich mich dann einfach zu unbekannten Studenten dazugesetzt und ein Gespräch angefangen. Erst dann habe ich gemerkt, dass das nicht immer so einfach funktioniert, wie bei den fortgeschrittenen Studenten. Anfänger hatten selbst bei leichten Sätzen, wie „Wie geht es dir?“ Probleme mich zu verstehen. Ich musste ebenfalls wesentlich langsamer sprechen, damit sie mich verstehen konnten. Das habe ich nicht erwartet und fand es ziemlich anstrengend. Die nächsten beiden Tage habe ich mit der Gruppe A zusammengearbeitet und mich an dieses Level gewöhnt. Es war wichtig für mich, nicht nur mit Fortgeschrittenen zusammenzuarbeiten, sondern auch bei Anfängern mitzuwirken. Je nach Level muss man auf die Studenten anders eingehen. Wenn man nur in einer Gruppe ist, lernt man dies nicht. Beim ersten Unterricht wurde ein Teil der Redemittel eingeführt, die Aussprache geübt und wir haben kleine Spiele gespielt, bei denen man die Redemittel anwenden konnte. Später wurde ein kurzer Text gelesen, in dem viele der vorher erlernten Ausdrücke vorkamen. Am Ende sollten die Studenten einen eigenen kurzen Text nach dem Muster verfassen. Wir Praktikanten konnten vor allem bei dem Teil mit dem Spiel viel beitragenund mitwirken.. Aber auch als die Studenten den Text zu erfassen versucht haben, konnten wir ihnen so gut es ging helfen. Den kurzen Aufsatz, den die Studenten selbst schreiben sollten, haben wir verbessert. In der Nachmittagsstunde sollten die Studenten über die vorher gehörten Vorträge diskutieren, und das hat bei Gruppe A nicht nach Plan funktioniert. Es wurden 2 Gruppen gebildet, von denen sich jeweils eine Gruppe mit einem der Vorträge beschäftigt hat. Die Studenten sollten den Vortrag erst kurz zusammenfassen und dann alle zusammen darüber diskutieren. Das war allerdings eine Idealvorstellung, die so nicht zu erfüllen war. Die Studenten haben zuerst mit uns den Vortrag auf Japanisch erörtert, dann wurden die japanischen Sätze mit Hilfe des Lehrers und der Praktikanten ins Deutsch übersetzt. Am Ende haben wir alle zusammen versucht, über die Vorträge zu diskutieren, aber es lief darauf hinaus, dass am Anfang des Satzes die gelernten Redemittel benutzt wurden, der Rest aber auf Japanisch geäußert wurde. Trotzdem ist eine einigermaßen erfolgreiche Diskussion entstanden.

Am studentischen Tag habe ich noch mal mit der Gruppe A zusammengearbeitet. Ich hatte schon einige Ideen vorbereitet und eigentlich erwartet, dass die Studenten nicht besonders motiviert sein wuerden. Entgegen allen Erwartungen haben die Studenten gleich am Anfang abgestimmt, über welches Thema sie ein Theaterstück machen wollen. Wir, die Praktikanten, mussten uns überhaupt nicht einmischen. Die Studenten haben sehr kreativ und motiviert ein Theaterstück ausgearbeitet, bei dem wir nur unsere Rolle selbst erarbeiten mussten. Während dieser Arbeit hatten wir uns in Gruppen aufgeteilt und ich bin ab und zu von Gruppe zu Gruppe gegangen, um zu helfen falls jemand Probleme beim der Textverfassen hätte. Die Studenten kamen aber weitgehend ohne Hilfe zurecht. Am Ende haben die Praktikanten das komplett ausgearbeitete Theaterstück verbessert. Die Gruppenarbeit hat sehr viel Spaß gemacht und war ein voller Erfolg gewesen.

Am letzten Tag bin ich in der Gruppe H gewesen. Vormittags sollten wir über einen japanischen soziologischen Text diskutieren. Da die Deutschkenntnisse hier sehr gut waren, haben wir (Praktikanten) uns einfach in gleichem Maße wie die Studenten an der Diskussion beteiligt und versucht, sie voranzutreiben. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit japanischen Studenten eine anspruchsvolle Diskussion zu führen und verschiedene Ansichten zu einem Thema zu hören. Nachmittags haben wir einen Ausschnitt aus einem Roman gelesen und auch eine kurze Szene zu dem Roman auf Video gesehen. Im Nachhinein wurde darüber diskutiert. Die Praktikanten konnten sich erst beim Diskussionsteil engagiert beteiligen. Das hat aber wiederum sehr gut funktioniert.

Bei dem Abendprogramm habe ich am ersten Abend bei den Sprachspielen teilgenommen. Es war sehr amüsant, mit den Studenten deutsche Spiele auf Deutsch durchzuführen. Am zweiten Abend war ich beim Tanz -und Liederabend und habe mich dort als Ausgleich zum intensiven Unterricht abreagieren können. Die Studenten empfanden das wohl genauso wie ich und haben alle sehr motiviert und voller Freude mitgetanzt.

Die „Kneipe“ am Ende war für alle die Zeit des Entspannens. Man hatte hier die Möglichkeit, sich nicht nur mit den Studenten zu unterhalten, sondern auch mit den Lehrern. Das fand ich persönlich sehr angenehm, weil ich mich zuvor nur selten in einer entspannten Atmosphäre mit Professoren unterhalten habe. So konnte man Meinungen über den Unterricht austauschen, Verbesserungsvorschläge mitteilen und über das eigentliche Thema „Rushhour des Lebens“ diskutieren.

Obwohl sehr anstrengend und mit wenig Schlaf war das Interuni-Seminar für mich eine Bereicherung und eine wunderschöne Erinnerung, die ich mit auf den Heimweg nach Deutschland nehmen werde. Ich konnte mich einerseits, wie ich es mir schon immer gewünscht habe, als Lehrer erproben, andererseits fühlte ich mich wie auf einer Klassenfahrt. Ich werde das Interuni- Seminar nie vergessen und würde gerne wenn irgendwie möglich noch einmal daran teilnehmen.

 

 

Praktikumsbericht Nr.2

 

 Vom 7. bis zum 11. März 2009 hatte ich die Gelegenheit, am Interuni-Seminar in Kashi teilzunehmen. Da ich im Nebenfach Deutsch als Fremdsprache studiere, habe ich mich sehr über die Teilnahme im Rahmen meines Praktikums beim DAAD gefreut.

 Mit zwei großen Bussen ging es am 7. März früh los in Richtung Kashi. Nach der Ankunft fing das Programm sofort an. Einführung, Kennenlernen, der erste Vortrag und die Einstufung der Studenten füllten das Programm bis zum Abend.

 Am 8. März fing der Unterricht an. Ich war als Praktikantin der Gruppe F zugeteilt worden. Gleich in der ersten Stunde wurde passend zum Thema des Seminars „Hin zur Rushhour des Lebens“ über die These „Die Frau muss zu Hause bleiben und sich um den Haushalt kümmern“ diskutiert. In der nachfolgenden Stunde wurde anhand verschiedener neuer Thesen das Diskutieren geübt und über den Vortrag von Herrn Nakayama und den Vortrag von Frau Tanaka geredet. Beide Stunden waren für mich sehr interessant und ich konnte viel darüber lernen, wie man Studenten an das Diskutieren auf Deutsch heranführt.

 Am 9. März fand der Studentische Tag statt. Da mich meine Gruppe am Vortag bereits kennengelernt hatte, wurde ich gleich als vertraute Person mit in die Gruppenarbeit eingebunden. Ich war sehr erstaunt, dass sich sofort um kurz nach neun eine rege Diskussion zum Thema ergab und ich war sehr überrascht über das Engagement der Studenten, die zu 90 % Artikel aus dem Internet oder Bücher zum Thema mitgebracht hatten. Ebenso war die Arbeitsweise sehr strukturiert und auch wenn wir deutlich länger als die vorgesehenen drei Stunden benötigten, wuchs die Gruppe durch die intensive Arbeit noch stärker zusammen. Die Studenten kamen auch in der Freizeit und beim Essen oder in der Kneipe auf mich zu und sprachen auf Deutsch mit mir.

Am vierten Tag kam ich als Praktikantin in die Gruppe C. In der ersten Stunde wurde mit Hilfe eines Musikvideos über die soziale Problematik der Migranten in Deutschland geredet. Die Arbeit mit einem Musikvideo war für mich vor allem auf diesem Sprachniveau neu und sehr spannend! Die Studenten waren jedoch mir gegenüber etwas schüchtern, da sie mich nicht kannten und nicht unbefangen auf mich zukamen. Dies war leider in der zweiten Stunde nicht viel anders, wo über das Familienleben von damals und heute gesprochen wurde.

Die Erfahrung in verschiedene Niveaustufen einen Einblick zu bekommen hatte mir anfangs sehr gut gefallen, aber im Endeffekt wäre es für die Studenten meiner Meinung nach besser gewesen, am 10. März ebenso von den gleichen Praktikanten betreut zu werden. Da die Lehrer in jeder Stunde wechseln, fände ich es für die Studenten wichtig, durchgehend einen festen Ansprechpartner zu haben. Auch habe ich mich in meiner Gruppe F als integriertes Mitglied wohler gefühlt und wäre gern auch am 10. März bei ihnen geblieben.

Die Abschlussfeier war ebenso wie die hervorragende Evaluation am letzten Tag ein voller Erfolg. Die Theaterstücke der Studenten waren alle herausragend, so dass der Abschied noch schwerer fiel. Gern würde ich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Ich hoffe, dass sich die Möglichkeit vielleicht ergibt.

 Um das sehr volle Programm etwas zu lockern, gäbe es von meiner Seite auch nur die Idee, die Vorträge nicht dolmetschen zu lassen. Der Gehalt der Vorträge und zusätzlich der intensive Unterricht auf Deutsch sind schwer zu vereinen und ich denke, es wäre kein Problem, wenn die Studenten zur Diskussionsanregung Vorträge auf Japanisch hören. Schade fand ich, dass das Abendprogramm so vielfältig war. Man hatte wirklich Schwierigkeiten sich zu entscheiden und speziell fand ich es auch sehr bedauerlich, dass ich den Vortrag von unseren koreanischen Gästen nicht mitbekommen konnte, da ich in einer anderen Gruppe war. Da die koreanischen Gäste ja einen wichtigen Bestandteil des Seminars darstellen, finde ich es auch wirklich schade, dass ihr Vortrag im Abendprogramm lag und nicht am Nachmittag stattfand.

Großes Lob kann ich an die Organisatoren aussprechen. Es wurde an alles gedacht! Auch der vielfältige Unterricht der Lehrer und die Zusammenarbeit der Lehrer und der Praktikanten haben mir gut gefallen.

 

Vielen Dank!

 

 

Praktikumsbericht Nr.3

 

Zuerst einmal möchte ich mich noch einmal bei den Organisatoren bedanken und sagen, dass die Teilnahme an dem Interuni-Seminar eine tolle Erfahrung für mich war.
Aus Sicht der Praktikanten war es besonders positiv, dass die Aufgaben klar verteilt waren. So war es durch die Zuteilung der Praktikanten zu jeweils einem bestimmten Lehrer und einer bestimmten Gruppe sehr übersichtlich und leicht verständlich, wer wann wo sein  und mithelfen sollte. Durch diese klare Einteilung war es auch möglich, sich vor dem Unterricht kurz mit dem entsprechenden Lehrer abzusprechen und etwaige Fragen zu klären. In dem Sinne fand ich es auch sehr gut, dass schon frühzeitig eine Liste mit E-Mail Adressen verteilt wurde.
Das Arbeitspensum an sich war sehr straff und auch für die Praktikanten anstrengend, da man von morgens 8 Uhr bis abends zum Zubettgehen pausenlos bei allem dabei ist und versucht, mit so vielen japanischen Studenten wie möglich Deutsch zu sprechen. Es hat aber eben auch wirklich Spaß gemacht und die Studenten waren alle sehr nett.
Die Kneipe ist eine wirklich gute Idee, da viele der japanischen Studenten eben wirklich mehr und mehr versuchen zu sprechen, je weniger die Atmosphäre eine Unterrichtsatmosphäre ist. Daher war die Kneipe sehr gut geeignet um auch die etwas schüchterneren Studenten dazu zu bewegen, sich etwas mehr zu trauen. In dem Zuge möchte ich mich auch noch einmal für die tolle Versorgung mit kühlem Bier und der großen Auswahl an Knabbereien bedanken. Zudem fand ich es toll, dass sich auch die Lehrkräfte nach einem langen Arbeitstag in der Kneipe noch einmal dazu gesetzt haben, um mit Studenten zu plaudern.
Der Einsatz von so vielen Praktikanten und die Zuteilung zu einer bestimmten Gruppe hat nicht nur den positiven Effekt, dass die japanischen Studenten so eine Ansprechperson neben den Lehrer haben, sondern ermöglicht es ihnen auch Kontakte mit Deutschen auf längere Dauer zu knüpfen. Dies gilt besonders für die japanischen Studenten, die in absehbarer Zeit nach Deutschland kommen werden. Viele von ihnen haben mit uns Praktikanten E-Mail Adressen ausgetauscht, um sich in Deutschland wiederzutreffen, damit wir ihnen bei eventuellen Formalitäten helfen oder einfach die Gegend zeigen können. Auf diese Weise hat das Interuni-Seminar diesen Studenten nicht nur geholfen ihr Deutsch zu benutzen und zu verbessern, sondern in einigen Fällen eben auch geholfen, einen Ansprechpartner in Deutschland zu finden.
Als einzigen Kritikpunkt habe ich anzumerken, dass die Vorträge an sich zwar eine gute Idee sind, aber zu lang ausgefallen sind und gleich nach dem Essen stattgefunden haben, was kein guter Zeitpunkt ist. Dazu kam, dass der Raum 3C nie gut belüftet war und es eigentlich immer an Sauerstoff gemangelt hat, was glaube ich auch ein Grund für die teilweise recht hohe Rate schlafender Studenten war.
Eine Überlegung im Zusammenhang mit den Vorträgen wäre einen Teil der Vorträge ganz auf Japanisch zu halten, da die Übersetzung nur für die Gruppen F, G und H sinnvoll ist, die anderen hören nur bei dem japanischen Teil zu. Als Ausgleich könnte man ja vielleicht einen Vortrag in einfacherem Deutsch halten.
Alles in allem finde ich das Seminar eine tolle Sache und wenn es zeitlich möglich ist, würde ich auch gerne noch einmal teilnehmen.

Florentine Koppenborg

 

 


Praktikumsbericht Nr.4

 

Das Thema „Rushhour des Lebens“ ist ein sehr spannendes Thema, das wirklich alle Studenten betrifft.  Viele Studenten haben gesagt, dass sie sich in oder kurz vor der Rushhour befinden und es ein sehr aktuelles Thema für sie ist. Die meisten Studenten im ersten Studienjahr hatten sich noch nicht so viele Gedanken über ihre Zukunft gemacht, aber ich hatte das Gefühl, dass sie gerade deshalb besonders an Informationen über die Arbeitswelt interessiert waren.

Themen wie die Planung der eigenen Zukunft, Verbindung von Familie und Beruf oder die Arbeitsbedingungen in Japan und Deutschland  beschäftigten die Studenten noch lange nach dem Unterricht und den Vorträgen. Abends wurde dann noch lange weiter diskutiert und Meinungen wurden ausgetauscht. Ich denke, gerade den zurückhaltenderen Studenten fiel es außerhalb des Unterrichts leichter, ihre Meinung zu sagen. Mehrfach habe ich von den Studenten gehört, dass sie es sehr schön finden, zu diskutieren und ihre Meinung zu sagen. Sie fänden es schade, dass in japanischen Schulen normalerweise nicht so viel diskutiert würde. Einige Studenten meinten, es falle ihnen auch schwer, den richtigen Zeitpunkt in einer Diskussion zu finden, zu dem sie ihre Meinungen und Kommentare einbringen können. Manchmal sei der Zeitpunkt dann verpasst und die Diskussion gehe bereits in eine andere Richtung. Trotz dieser Schwierigkeiten sind interessante Diskussionen zu Stande gekommen. Der Gesprächsstoff war auch nach Ende des Seminars noch nicht erschöpft.

Alle Studenten waren wirklich sehr motiviert, Deutsch zu sprechen. Besonders begeistert war ich vom „studentischen Tag“. Die Studenten in meiner Gruppe haben sofort die Initiative ergriffen, Ideen an der Tafel gesammelt und überlegt, wie man sie am besten umsetzen kann. Als ich zum Schluss die Sketche und Präsentationen aller Gruppen gesehen habe, war ich wirklich beeindruckt von den vielen tollen Ideen. Die Sketche waren nicht nur sehr unterhaltsam, sondern haben auch Botschaften zur „Rushhour des Lebens“ übermittelt, wie zum Beispiel, dass man sich frei entscheiden kann, was man macht und dass es mehrere Wege gibt, ein glückliches Leben zu führen.

Das Interuni-Seminar war für mich eine sehr gute Erfahrung. Der interkulturelle Austausch, die Auseinandersetzung mit diesem spannenden Thema und die Möglichkeit weitere Erfahrungen beim Deutschunterrichten zu machen, waren für mich als DaF-Studentin sehr bereichernd.

Eine besonders positive Erinnerung an das Seminar ist die gute Atmosphäre zwischen Studenten, Praktikanten, Lehrkräften, Organisatoren und Helfern.

Ich möchte mich herzlich bei allen bedanken und freue mich auf das nächste Interuni-Seminar.

 

 

Praktikumsbericht Nr.5

 

Als ich gefragt wurde, ob ich Interesse an einer Teilnahme als Praktikantin bei der Interuni hätte, wurde mir schon gesagt, dass dieses Seminar sehr viel Spaß machen würde. Trotzdem war ich am Anfang natürlich sehr unsicher, wie sich das Verhältnis zu den Studenten entwickeln würde. Aus verschieden Austauschprogrammen während meiner Schulzeit und durch den Kontakt zu Austauschstudenten an meiner Universität wusste ich, dass sich mitunter durch mangelnde Sprachkenntnisse oder vielmehr durch fehlende Motivation sehr schnell Barrieren bilden können. Was mir aber bei diesem Seminar von Anfang an sehr positiv aufgefallen war, waren die Motivation am Erlernen und Anwenden von Deutsch und das Interesse an einem Gedankenaustausch mit Muttersprachlern.

 

In diesem Zusammenhang denke ich, dass es besonders für die Ichinensei sehr wichtig ist, sich auch mit den Praktikanten auf japanisch verständigen zu können. Natürlich möchten sie auch deutsch sprechen – aber aufgrund der geringen Lernerfahrung ist das nur in einem begrenzten Rahmen möglich. Um ihre Gedanken richtig übermitteln zu können, ist es also sehr wichtig eine dementsprechende Basis zu gewährleisten.

 

Den Sprachunterricht empfand ich als sehr interessant. Da ich während des ganzen Seminars bei der gleichen Gruppe war, konnte ich auch die Reaktionen auf die jeweiligen Lehrer gut beobachten. Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen: 1) Je weniger der Unterricht sich nach ‚Unterricht’ anfühlte, desto mehr Spaß hatten die Studenten. 2) Je höher das Sprachlevel wurde, desto geringer wurde die Teilnahme am Unterrichtsgeschehen. Deshalb denke ich, dass man sehr darauf achten sollte, den Studenten auf ihrem Sprachlevel zu begegnen, da sie sonst sehr schnell unsicher werden und die Freude am deutsch Sprechen verlieren.

 

Wie bereits erwähnt war ich die ganze Zeit bei der gleichen Gruppe, obwohl es eigentlich geplant war, die Praktikanten einmal wechseln zu lassen. Ich denke zwar, dass es für die Praktikanten sehr interessant ist den Sprachunterricht in verschiedenen Levels mitzuerleben, aber für die Studenten ist es vielleicht besser, wenn sie zumindest eine feste Ansprechperson haben. Natürlich gibt es sehr extrovertierte Studenten, die sehr schnell auf neue Leute zugehen, aber es gibt auch andere Studenten, die ihre Zeit brauchen bis sie sich jemandem mit ihren Sprachproblemen anvertrauen. Aus diesem Grund ist es vielleicht besser, die Praktikanten von Anfang an in einer Gruppe zu lassen.

 

Was für mich persönlich eine sehr wichtige Erfahrung war, war das Vermitteln von Sprache an sich. Bis jetzt war ich mir immer sehr sicher, dass ich auf keinen Fall Sprachunterricht geben will, weil es mir zum Beispiel sehr schwer fällt Grammatik zu erklären. Während des Seminars ist mir aber aufgefallen, dass es sehr viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Fremdsprachlern seine Muttersprache zu vermitteln. Besonders am Studentischen Tag und bei der Präsentation hatte ich sehr viel Spaß zu sehen, wie Studenten mit dem umgegangen sind, was sie in den vorangegangen Tagen gelernt hatten – seien es Vokabeln, Grammatik oder einfach nur Aussprache.

 

Inter bedeutet zwischen. Was das in diesem Seminar wirklich bedeutet, ist mir aufgefallen, als die Studenten meiner Gruppe zum ersten Mal mein Japanisch korrigiert hatten. Denn in diesem Moment gab es nicht mehr nur einen Austausch von deutscher an japanische Seite, sonder einen Austausch zwischen beiden.

 

 

Praktikumsbericht Nr.6

 

Das Interuniseminar von März 2009 war für mich, aber sicherlich auch für viele andere, die erste Teilnahme an solch einer Art von Veranstaltung. Anfangs bin ich ohne jegliche Erwartungen an dieses Projekt gegangen, mit der üblichen Einstellung, Praktikant zu sein heißt: gelegentlich Kaffee kochen, mal was kopieren, und den Rest der Zeit gelangweilt rumsitzen. Leider, oder sagen wir eher glückerweise, wurden diese Erwartungen keineswegs bestätigt!

Geht man nämlich vom „Standartmodell“ des Studenten aus, so ist dieser  innerhalb der Semesterferien etwas weniger motiviert, sich wirklich in das Lernen und Studieren reinzuhängen, zumindest bis das neue Semester wieder beginnt. Betrachtet man nun diesen Stereotyp, und vergleicht es mit den Interunistudenten, so sind doch durchaus Unterschiede bemerkbar, die sowohl ihr Gutes, aber auch Anstrengendes haben. So bedeutete dies einerseits viel Arbeit für die Lehrenden, und damit auch für uns Praktikanten, aber andererseits war es doch sehr viel spannender und angenehmer, mit lernwilligen und dialogbereiten Schülern zu arbeiten. Unter diesen Bedingungen war es auch sicherlich für die meisten Praktikanten, die wahrscheinlich diese Art der „Arbeit“ zum ersten Mal durchführten, eine durchaus interessante und lohnenswerte Erfahrung.

Ich muss gestehen, dass ich nie daran gedacht hatte einmal Lehrer zu werden, was wahrscheinlich daher kommt, dass die Lehrbedingungen an deutschen und japanischen Schulen nicht immer als optimal eingestuft werden können, und infolgedessen für mich die Langzeitmotivation in Frage gestellt wäre. Sei es nun der schwänzende deutsche Schüler, oder der im Unterricht Gameboy spielende japanische Student, um nur zwei Beispiele zu nennen. Allerdings hatte ich beim Interuniseminar den Eindruck, dass viele durch den außergewöhnlichen Charakter dieser Veranstaltung mehr motiviert waren, wodurch der Unterricht zeitweise völlig selbstständig seitens der Schüler stattfand, ohne dass ein Eingreifen der Lehrenden notwendig war. Dies soll nun natürlich nicht bedeuten, dass ich den Lehrerberuf attraktiver finde, je weniger zu tun ist. Nein! Vielmehr ist es sehr viel spannender und motivierender, wenn die Studenten doch in gewissen Teilen ihre Kreativität auch tatsächlich ausleben. Das habe ich vor allem am „Studententag“ gemerkt, als meine Gruppe auch ohne „echte“ Lehrende wunderbare Ergebnisse zu Stande brachte, und das zuvor erarbeitete Wissen auch anwenden konnte. Eine interessante Erfahrung, die doch sicherlich alle Praktikanten in den verschiedenen Gruppen auch erfahren haben dürften.

Zudem bin ich doch sehr angetan von den Leistungen, die die studentischen Tutorinnen und Tutoren während der ganzen Zeit leisteten. Als quasi unsichtbare Hand und Mittler zwischen Studenten und Lehrenden erledigten sie viele notwendige Dinge, die den gesamten Alltag für alle erleichterten. Dies ging sogar soweit, dass teilweise die ganze Nacht durchgearbeitet wurde, oder teilweise komplett auf individuelle Freizeit verzichtet wurde. Daher denke ich, dass die studentischen Tutoren doch einen großen Anteil am reibungslosen Ablauf hatten, was ich an dieser Stelle noch einmal honorieren, und an diese gleichzeitig auch meinen Dank aussprechen möchte.

 

 


Praktikumsbericht Nr.7

 

Das Interuni Seminar in Kashi 2009 war für mich nicht nur sehr lehrreich, sondern hat mir auch viel Spaß gemacht. Die gesamte Organisation war gut eingespielt und spiegelte die jahrelange Erfahrung der Organisatoren wider, dieses Projekt aufzuziehen. Obwohl im Großen und Ganzen das Konzept bereits sehr ausgereift ist, sehe ich dennoch einige Kleinigkeiten, die noch verbessert werden könnten. Als Hauptkritikpunkt würde ich den zu dichten Zeitablauf nennen. Nach der Ankunft in Kashi blieb nicht einmal die Zeit, kurz die Betten zu beziehen, da sofort der erste Vortrag mit anschließender Gruppeneinteilungsphase geplant war. Während der gesamten Zeit des Seminars war es völlig unmöglich, eine kurze Pause einzulegen, um sich etwas zu erholen. Zwischen Frühstück, Unterricht, Mittagessen, Unterricht, Vorträgen, Abendessen und Abendprogramm war einfach keine Zeit eingeplant, so dass alles Schlag auf Schlag folgte. Gerade nach dem Essen wäre eine kurze Verdauungspause in meinen Augen sehr angebracht gewesen, da es mit vollem Magen sowieso schwierig ist, die nötige Konzentration aufzubringen. Hier möchte ich noch hinzufügen, dass Unterrichtseinheiten von drei Stunden die Konzentrationsspanne der Studenten, sowie anscheinend teilweise auch der Dozenten, übersteigen. Für mich als Praktikant bedeutete das Interuni Seminar, dass ich beginnend mit dem Frühstück morgens, bis zum zu Bett gehen wirklich pausenlos im Dienst war, da selbst in der Kneipe noch darauf geachtet werden musste, dass gewisse Studenten keinen weiteren Alkohol mehr zu sich nehmen, bzw. ja auch erwartet wurde, dass nicht nur die Praktikanten miteinander reden, sondern auch die japanischen Studenten in Gespräche eingebunden werden. Eine kurze Verschnaufpause hätte mir am einen oder anderen Tag sehr gut getan. Natürlich möchte ich nicht behaupten, dass der Abend in der Kneipe zu anstrengend gewesen wäre, aber dennoch fühlte ich mich leicht eingeengt. Generell jedoch finde ich den Unterricht, so wie er in den Gruppen stattfand, sehr sinnvoll, da er gut auf das Leistungsniveau der Studenten angepasst war und durch die recht kleinen Gruppen auch sehr intensiver Unterricht möglich war. Dennoch ist mir aufgefallen, dass vereinzelte Studenten absolut nicht dem Leistungsniveau der Gruppe entsprachen, da sie teilweise merklich besser bzw. merklich schlechter waren als der Gruppendurchschnitt. Jedoch kann ich leider keine Lösung anbieten, wie der Einteilungsprozess optimiert werden könnte. Sehr positiv empfand ich die allabendliche Atmosphäre in der Kneipe, da dort die Kommunikation wesentlich ungezwungener war. Auch Studenten, die sich in der Gruppe nicht trauten, frei zu sprechen, zeigten sich in der Kneipe wesentlich offener, was vielleicht auch teilweise durch enthemmenden, aber gemäßigten Alkoholkonsum zu erklären ist. Daher kann auch die Versorgung mit kühlen Getränken als Segen für den Lerneffekt der Studenten, sowie die Motivation der Praktikanten betrachtet werden.

Zweifel habe ich an der Effektivität der Abschlusspräsentation, die am ansonsten freien Tag vorbereitet werden sollte. In der Praxis zeigte sich als einzig effektive Methode, um halbwegs voran zu kommen, die Studenten die gesamte Planung auf japanisch durchführen zu lassen. Dennoch benötigte meine Gruppe auch nach dem Mittagessen noch viel Zeit, um die Präsentation zu vollenden, wodurch es praktisch keinen freien Tag gab. Sinnvoller als Präsentation und Vorbereitung wären womöglich spielerische Gruppenaktivitäten, die als Freizeit empfunden werden und nicht mit dem Druck verbunden sind, dass am Ende ein Ergebnis vorliegen muss. Zum Beispiel habe ich mir mit einigen Studenten meiner Gruppe noch die Zeit genommen, Sprichwörter und Redewendungen auszutauschen, wobei mir die japanischen Studenten japanische Sprichwörter auf Deutsch zu erklären versuchten und ich versuchte, deutsche Sprichwörter auf japanisch zu erklären. Dies schien mir einen größeren Lerneffekt zu haben und auch auf mehr Interesse zu stoßen als die Präsentation, die nach scheinbar endloser Vorbereitung nicht viel zum Lernprozess der Studenten beitragen konnte.

Zusätzlich zum beabsichtigten Deutschstudium ermöglichte es den japanischen Studenten schon vor einem möglichen Aufenthalt in Deutschland, Kontakte mit Deutschen zu knüpfen. Auch ich habe somit neue Freunde gefunden, was dem gegenseitigen Sprachtraining nur nützlich sein kann. Abschließend möchte ich sagen, dass mir das Interuni Seminar sehr viel Spaß gemacht hat. Und auch wenn ich es keinen weiteren Tag mehr durchgehalten hätte, würde ich dennoch ohne zu zögern wieder teilnehmen. Mir persönlich hat das Assistieren im Sprachunterricht so viel Spass gemacht, dass ich jetzt weiß, dass ich auch beruflich in diese Richtung gehen möchte - somit hat das Praktikum für mich seinen Sinn völlig erfüllt, wofür ich an dieser Stelle auch allen Beteiligten nochmals danken möchte. Ich hoffe stark, nochmal die Gelegenheit zu haben, mich wieder zu beteiligen.

 

 

Praktikumsbericht Nr.8

 

 

Als Praktikantin beim Interuni-Seminar 2009 hatte ich die Gelegenheit, viele neue Eindrücke zu gewinnen und sehr positive Erfahrungen zu machen. Ich hatte mir das gesamte Seminar zwar vor meiner Ankunft anders vorgestellt, war aber durchaus positiv überrascht und denke, dass das Seminar sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Teilnehmer ein voller Erfolg war.

Besonders gelungen fand ich die Unterrichtseinheiten, in denen ich als Praktikantin mithelfen konnte. Der Unterricht lief teilweise anders als man es beispielsweise in der Uni gewohnt ist, wodurch eine lockere und angenehme Atmosphäre aufkam und die Studenten sehr motiviert waren (ich war im Allgemeinen sehr überrascht von der Motivation der japanischen Teilnehmer!). Ich fand es auch persönlich sehr erfreulich, dass ich als Praktikantin von allen Lehrkräften mit einbezogen wurde und auch aktiv mitarbeiten durfte. Dafür möchte ich mich bedanken.

Ich fand auch die Gruppengröße genau richtig, um effektiv zu arbeiten. Leider habe ich aber bemerkt, dass teilweise innerhalb einer Gruppe deutliche Leistungsunterschiede zu erkennen waren. Verständlicherweise kann man bei einem Seminar, das auf 5 bzw. 4 Tage angelegt ist, keine allzu ausführliche und langwierige Gruppeneinteilung machen, wodurch es sich wohl nicht vermeiden lässt, dass manche Studenten ein wenig unter ihrem Leistungsniveau eingestuft werden. Dennoch denke ich, dass alle Studenten viel Neues aus dem Seminar mitnehmen konnten und dabei auch Spaß hatten.

Wie bereits auf dem Seminar schon mehrfach angesprochen wurde, so würde auch ich die Idee für sinnvoll halten, Vokabel- und Redewendungslisten nach Sprachniveau zu gestalten und nicht eine Liste für alle zur Verfügung stellen.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der straffe Zeitplan. Sowohl die Studenten als auch die Praktikanten und Lehrkräfte hatten meiner Meinung nach zu wenig Verschnaufpausen. Besonders den vielen Vorträgen, die meist direkt nach dem Mittagsessen stattfanden, konnte ich leider nur schwer folgen. Auch das Dolmetschen der Vorträge sollte man vielleicht überdenken. Da das Gesagte sowieso ins Japanische übersetzt wurde, denke ich, dass viele Studenten, die noch nicht so gut Deutsch können, auch nicht wirklich von einem deutschen Vortrag profitieren konnten. Aus Zeitgründen könnte man daher Vorträge über kompliziertere Themen auf Japanisch halten lassen und vielleicht einen Vortrag über ein leichter verständliches Thema auf Deutsch.

Sehr interessant fand ich den Vortrag von Frau Lee, die zwar - wie sie selbst sagte – keine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt hat, aber dafür die Studenten mittels eines auszufüllenden Fragebogens aktiv mit einbezogen hat.

Abgesehen vom Unterricht war auch die restliche Atmosphäre sehr angenehm. Das Seminar-Haus ist gut ausgestattet, das Essen war sehr lecker und das hauseigene Onsen hat mir persönlich am besten gefallen. Die abendliche „Kneipe“ war ein guter Treffpunkt und ich war auch sehr positiv überrascht, wie offen die japanischen Studenten auf mich zugekommen sind und wie gern sie versucht haben, deutsch zu sprechen, auch wenn sie die Sprache noch nicht lange studiert haben. Obwohl mir die Kneipe meinen Schlaf geraubt hat, hatte ich so viel Spaß, dass ich gerne bis in die Nacht dort sitzen geblieben bin und mich unterhalten habe. Und auch wenn ich nach diesen 5 Tagen dringend eine Pause brauchte, würde ich jederzeit wieder am Interuni-Seminar teilnehmen.

Trotz kleiner möglicher Verbesserungen fand ich die Organisation und besonders das Zusammenspiel der Lehrkräfte untereinander, wie auch der Lehrkräfte und Praktikanten sehr gelungen. Ich habe mich in Kashi sehr wohl und vor allem als Praktikantin auch nützlich gefühlt, was bei vielen Praktika ja nicht unbedingt der Fall ist.

 

 

Praktikumsbericht Nr.9

 

 

Herzlichen Dank an allen Organisatoren!!!!!!!

 

Ich bin sehr froh darüber, dass ich am diesjährigen Interuni- Seminar teilnehmen durfte. Ich bin um eine neue Erfahrung reicher geworden.

 

Als positiv empfinde ich, dass ich viele junge und motivierte japanische Studenten kennen gelernt habe. Die Atmosphäre war großartig! Hinzu kommen die gute Organisation, der hohe Spaßfaktor und die interessanten Vorträge von Herrn Nakayama, Frau Tanaka, Frau Lee aus Korea sowie Herrn Yoshijima. Besonders gefallen haben mir die Vorträge von Frau Tanaka und Frau Lee. Ich hatte schon vieles über den anstrengenden Arbeitstage der Arbeitnehmer gehört, konnte es aber nie so richtig glauben. Doch durch die Beispiele von Frau Tanaka hat sich alles bestätigt. Durch den Vortrag von Frau Lee habe ich mehr über das Leben  koreanischer Jugendlicher erfahren, da mir persönlich das Wissen über Korea gefehlt hat. Außerdem fand ich den Vortrag von Herrn Yoshijima über die Lerntaktik von Fremdsprachen sehr spannend, da ich selbst verschiedene Sprachen lerne und gelernt habe. Sehr gut  fand ich die Methoden, die von Lehrkräften im Unterricht angewendet werden. Da ich mit vielen Lehrenden gearbeitet habe, durfte ich viele interessante Strategien beobachten.

Sehr gut war die Abendvergnügung in der Kneipe. Dadurch konnte ich den Kontakt mit den Lehrenden und Studenten intensivieren und mit ihnen Erfahrungen austauschen. Besonders gut waren die Spiele und das Abendprogramm am letzten Abend. Das hat dazu beigetragen, dass die Mitglieder der Gruppen noch mehr zueinander fanden. Das Programm war sehr abwechslungsreich. Ich persönlich habe erfahren, dass die Japaner nicht nur nett, motiviert und hilfsbereit sind, sonder auch sehr begabt (z.B. beim Klavier spielen, Flöte spielen und Singen). Des Weiteren gefiel mir, dass jeden Abend Spiele angeboten wurden wie z.B. Sprachspiele, Gedichtslesungen sowie Aussprachetraining. Ich persönlich habe am letzteren teilgenommen und war positiv überrascht, da ich als nicht Muttersprachlerin etwas Neues lernen konnte, wodurch sich meine Aussprache verbesserte.

Zum Negativen: Das Seminar war sehr intensiv, besonders der erste Tag war sehr anstrengend. Ich kam mir wie ein Soldat vor, der verschiedene Befehle befolgte. Ich bin der Meinung, dass das ganze Seminar ziemlich intensiv war, so dass man keine Zeit hatte, auf die individuellen Wünsche der japanischen Studenten einzugehen. Außerdem hat mir persönlich die Zeit nicht gereicht, mich mit einigen der Lehrenden und Praktikanten zu unterhalten und noch mehr interessante Personen kennen zu lernen. Ich hätte mir auch mehr „frische Luft“ gewünscht. Das war nur am „studentischen Tag“ möglich. Da aber die meisten Gruppen noch am Nachmittag gearbeitet haben, inklusive meiner Gruppe, konnten die meisten nicht viel unternehmen.

Andererseits finde ich, dass im Laufe des Seminars zu viel Japanisch gesprochen wurde. Dies hat sich im Gespräch mit einigen japanischen Studenten bestätigt. Diese hätten sich auch mehr Deutsch gewünscht. In den niedrigen Stufen hatte man keine andere Wahl, was aber zum Teil am Schwierigkeitsgrad des Themas lag. Ich kann von meinen Studenten behaupten, dass sie sehr klug waren und  ein schwieriges Thema aufbereiten wollten, wozu auch ein schwieriger Wortschatz notwendig war. Natürlich haben sich die Studenten bei so einem Thema und so einer Vorgehensweise auf Japanisch unterhalten. Hinzu kommt, dass besonders die japanischen Lehrenden sehr viel Japanisch gesprochen haben. Ich finde gut, wenn man die Anweisungen auf Japanisch gibt, aber es ist nicht gut, wenn man den ganzen Unterricht auf Japanisch hält. Immerhin waren die Studenten dort um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, nicht  um ihre Japanischkenntnisse zu perfektionieren. Dadurch waren die Studenten nicht motiviert, auf Deutsch zu sprechen. Dies empfand ich als negativ.

Als letztes möchte ich den Wechsel der Gruppen erwähnen. Ich habe zwar meine Gruppe ins Herz geschlossen, ich fand es aber gut, dass ich am letzten Tag in einer fortgeschrittenen Gruppe arbeiten durfte. Da man mit solchen Gruppen noch intensiver arbeiten konnte und neue Lernmethoden wie Debattieren ausprobieren durfte. Dies empfand ich als positiv.

Als Fazit: Ich habe VIEL SPAß gehabt!!!! Respekt an alle, die mitgemacht und durchgehalten haben!!!

 

Es war TOLL und sehr LEHRREICH!!!!!!!!!!!!!DANKE!

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Praktikumsbericht Nr.10

 

in Form eines kurzen Berichts möchte ich meine Eindrücke des Inter-Uni Seminars mit Ihnen teilen.

Eines jedoch vorweg: das Inter-Uni Seminar scheint mir eine sehr gute Einrichtung zu sein, an der es nur wenig institutionelles und organisatorisches zu verbessern gibt. Das Team ist schließlich seit Jahren eingespielt und stets gewillt, aus den Erfahrungen der letzten Jahre zu lernen. Was sich jedoch nicht immer vorherbestimmen lässt, ist das Auftreten der Studenten. Dies betreffend war dieses Jahr nahezu perfekt, denn alle waren sehr motiviert und lernbegierig, es herrschte stets ein respektvoller und freundlicher Umgang. In diesem Sinne würde ich mich sehr glücklich schätzen, wenn dies auch in den nächsten Seminaren so bliebe.

Als Praktikant fühlte ich mich stets gut aufgehoben, sowohl innerhalb des Unterrichts, als auch während der Freizeit. Die Unterkunft wurde zwar im Vorfeld sehr schlecht dargestellt, sie war es meiner Ansicht nach jedoch keineswegs.

Es war für mich eine interessante Erfahrung, am Unterricht verschiedener Lehrer teilnehmen zu dürfen, denn jeder hat auf eine andere Art und Weise auf meine Hilfe zurückgegriffen. Dank der ausführlich im Vorfeld getätigten Planungen wusste man zu jeder Zeit, mit welcher Lehrkraft man welche Klasse betreuen sollte. Auch die Möglichkeit zur längerfristigen Absprache per Email war gegeben, was ich für sehr wünschenswert halte.

Etwas ungünstig war jedoch die Tatsache, dass man quasi keine freie Minute hatte. Dies gilt sicher nicht nur für die Praktikanten, sondern auch für die Studenten. Wenn man nach dem Frühstücken direkt in den Unterricht geht, von da aus direkt in einen Vortrag, nur um danach wieder in den Unterricht zu gehen, dann geht das auf Kosten der  Konzentrationsfähigkeit. Sicherlich waren die Vorträge so für eine Vielzahl von Studenten eine gute Gelegenheit für einen Mittagsschlaf, aber dies kann und soll wohl nicht Sinn und Zweck gewesen sein. Hierfür sollte man sich also eine Entzerrung des Stundenplans zum Ziel setzen. Ich denke beispielsweise an kürzere Vorträge, eventuell auch ein wenig interaktiv mit leichterer Kost und Deutschlandbezug.

Weiterhin lobend erwähnen möchte ich die Einrichtung der Kneipe. Ich denke spätestens hier konnte auch der schüchternste Teilnehmer seine Scheu abwerfen und Kontakte knüpfen, die vielleicht auch noch länger anhalten als nur die eine Woche des Inter-Uni Seminars.

Abschließend möchte ich mich nochmals bei allen Teilnehmern und Organisatoren für die gelungene Veranstaltung bedanken. Für mich persönlich war es wirklich sehr interessant zu verfolgen, wie viele an Deutschland interessierte Studenten, die sogar ihre Freizeit opfern, es doch gibt. Aber auch mit welcher Liebe und Mühe die Deutschlehrer dieses Interesse stützen und fördern.

Das Interuni Seminar hat die Erinnerungen an meinen Japanaufenthalt definitiv um eine Schönheit bereichert, daher auch speziellen Dank an Herrn Aizawa, der mir dies ermöglicht hat.

 

 

Vielen Dank und auf Wiedersehen!!