29. Interuniversitäres Seminar für deutsche und japanische Kultur in Kashi 2010
Berichte der PraktikantInnen

Bericht I  

Interkultureller Austausch durch gemeinsames Lernen unter dem Thema „Globalisierung auf dem Teller“: Das Interuni-Seminar hat mich von Anfang an in zwei Hinsichten angesprochen.
Einerseits klang die Grundidee, also während eines gemeinsamen Aufenthalts abseits vom Alltag in Tokio Deutsch zu lernen und zusammen Sprach- und Kulturerfahrung zu sammeln, für mich als Kulturwissenschaftlerin spannend und vielversprechend.
Andererseits war auch das Thema für mich ein Anreiz, als Praktikantin am Seminar teilzunehmen. Ein so großes, vieldiskutiertes Thema wie die Globalisierung auf einen alltäglichen, lebenswichtigen Bereich, nämlich das Essen, herunter zu brechen und darüber aus der Warte verschiedener Kulturkreise zu diskutieren, hat mich von vorne herein interessiert.
Deshalb konnte ich die Frage danach, ob ich an dem Seminar teilnehmen möchte, ohne zu zögern mit einem klaren „Ja“ beantworten. Wie sich herausstellte, war es die richtige Entscheidung.
Die Busfahrt glich einer Reise ins Ungewisse. Man hatte uns auf die kleinen Eigenheiten des Ortes Kashi schon vorbereitet. Trotzdem mochte keiner so recht glauben, was sich dann doch bewahrheiten sollte: Kein Handyempfang, kein Internetanschluss, kein Fernsehen, keine Einkaufsmöglichkeiten, dafür aber viel Sonne und Schnee. Die perfekte Situation also, um sich voll und ganz auf fünf gemeinsame Tage einzulassen. Die gemeinschaftliche Wohnsituation, das hauseigene Onsen und die hervorragende Verpflegung tagsüber sowie am Abend in der „Interuni-Kneipe“ trugen sofort zum Entstehen einer harmonischen und entspannten Atmosphäre bei.
Das Seminarprogramm war tatsächlich sehr straff geplant. Die zuvor nach Sprachniveau eingeteilten Studentinnen und Studenten konnten sich auf ein ausgefeiltes Lehrprogramm und themenbezogene Vorträge aus Deutschland und Korea freuen. Während der Unterrichtsstunden wurde entsprechend der Sprachkenntnisse über einen Bereich rund um das Essen in unserer sich globalisierenden Welt gesprochen. Die Anfänger vertieften ihren Fachwortschatz und näherten sich dem Thema langsam über themenspezifische Sprechübungen an. Alle Lehrer konnten dank der umsichtigen Vorausplanung die Schwierigkeitsstufe ihres Unterrichts auf die jeweilige Gruppe abstimmen.
In den Kursgruppen mit besseren Deutschkenntnissen ging es schnell ans Eingemachte: Diskussionsführung und Argumentationsstrategien für heikle Gesprächssituationen wurden vorbereitet, man debattierte über Globalisierungstendenzen und Gegenbewegungen, Lösungsansätze, kulturelle Unterschiede und nicht zuletzt über die Frage nach der Verantwortung des Individuums. Dass dabei manche Frage unbeantwortet im Raum stehen blieb und manch Interessenskonflikt nicht gelöst werden konnte, war das angenehme Ergebnis einer ehrlichen und freien Gesprächsatmosphäre. Insgesamt verliefen die Unterrichtseinheiten abwechslungsreich und lieferten den Studentinnen und Studenten genügend Handwerkszeug und Fachwissen, um schließlich gut auf ihre eigenen kleinen Abschlusspräsentationen vorbereitet zu sein.
Diese Präsentationen, die eigentlich „nur“ ein kurzer Rückblick auf einen selbstgewählten Aspekt des 5-tägigen Seminars sein sollten, entwickelten sich dank des unermüdlichen Engagements der einzelnen Gruppen zum Höhepunkt des Seminars. Eigentlich war ein dreistündiger studentischer, d.h. lehrerfreier Vormittag für die Vorbereitung vorgesehen. Aber einmal Feuer gefangen, waren die Studenten kaum zu bremsen. Sie entwickelten Theaterstücke, schrieben Texte, malten, bastelten, und, und, und… Dazu wurde jede freie Minute genutzt, gerne auch mal in der Kneipe nach Feierabend, wo das ein oder andere Bier (zum Schnäppchenpreis!) und die ein oder andere Tüte Chips (umsonst!) als Nervennahrung und zur Motivation bereitstanden.
Die Resultate dieser engagierten und kreativen Fleißarbeit durften alle dann am Vormittag des Abreisetages bewundern. Was die Gruppen dort in ihren Aufführungen zum Besten gaben, war weit mehr als ein kurzer Rückblick auf das Gelernte. Der Umgang mit kritischen Themen, ideenreich umgesetzt in einer ebenso beeindruckenden wie lustigen Vorstellung hielt wirklich alles bereit: Vom Öko-Prinzen und der kulturellen Brille, über eine Fast-Food-Leiche und sprechende Erbsen bis hin zum Verrat am Lieblingsschwein. Die Begeisterung und der Mut, mit dem die Studenten auf der Bühne in einer fremden Sprache ihre Ergebnisse und Statements präsentierten, haben mir gezeigt, dass das Seminar seinen Zweck, seine „Berufung“ erfüllt hat.
Durch das Miteinander zwischen fremden Teilnehmern, Lehrern verschiedener Nationalitäten und Universitäten sowie Praktikanten aus verschiedenen Städten und Fachbereichen ergab sich eine besondere Situation. Alle Beteiligten konnten nicht nur in klassischen Lehrer-Schüler-Situationen, sondern auch im gegenseitigen Gespräch voneinander lernen und Erfahrungen und Gedanken austauschen. Es entstand eine sehr authentische Atmosphäre, in der sich schnell eine Art „Wir-Gefühl“, eine kleine eigene Interuni-Welt, entwickelte.
Mit Spaß und in einer besonderen Gemeinschaft anwendungsorientiert zu lernen, dabei kulturelle Unterschiede aufzuspüren und mit Respekt Grenzen abzubauen und Konflikte zu lösen, das war für mich Interuni.

Vielen Dank, liebe Keiko-san, lieber Sven und lieber Herr Aizawa, dass ihr Eure Erfahrung, Euer Fachwissen und nicht zuletzt Eure Leidenschaft dafür hergegeben habt, dieses Seminar für uns alle zu ermöglichen.

J.N.

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Bericht 2  

Im Zeitraum vom 12. bis zum 16. März 2010 habe ich als Praktikantin am Interuniseminar in Kashi teilgenommen. Das Thema „Globalisierung auf dem Teller“ bot ein umfangreiches Diskussionspotenzial und wurde von den Studenten sehr ernst genommen, sodass sich interessante Gespräche entwickelten, die nicht nur während des Unterrichts, sondern vor allem in den Pausen vertieft wurden. Viele Studenten zeigten ehrliches Interesse an der Thematik und nutzten, trotz der Unterschiede in der deutschen und der japanischen Diskussionsführung, mehrfach die Gelegenheit ihre eigene Meinung auszudrücken. Als Praktikantin habe ich die Möglichkeit erhalten, den Unterricht aus Sicht des Lehrenden zu verfolgen und über die jeweilige Methodik, dem Sprachniveau der Gruppe entsprechend, im Vorfeld informiert zu werden. In den Anfängergruppen wurden hauptsächlich Strategien zur Gesprächsführung vermittelt und geübt, was den Studenten vor allem helfen sollte, sich trotz ihrer sprachlichen Unsicherheit an einem Gespräch zu beteiligen und auch eigene Gedanken in eine Unterhaltung einfließen zu lassen. Fragestellungen rund um das Thema Massenkonsum, Fastfood oder aber der ökologischen Konsequenz aus unserem Verhalten gegenüber Nahrungsmittel, wurden in Einzel –und Gruppenarbeit intensiv bearbeitet und die Ergebnisse schließlich in Form von Postern, Plakaten oder Tafelbildern festgehalten. Dadurch, dass die Praktikanten während der Unterrichtszeit konstant einer Gruppe zugeteilt wurden, entwickelte sich schnell ein angenehmes Vertrauensverhältnis zwischen den Studenten und den Praktikanten.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich den Nebeneffekt, bei dem der Praktikant als Vertrauensperson und Vermittler fungiert, absolut unterstütze und dafür plädiere, die enge Zusammenarbeit zukünftig nicht durch einen Gruppenwechsel am dritten Seminartag zu unterbrechen. Durch den Wechsel der Lehrkräfte erhalten die Studenten bereits ein buntes Spektrum an Unterrichtsmethodik, sodass der Praktikant als Teil der Gruppe für Konstanz sorgt.

Dass dieses Konzept hervorragend funktionierte, lässt sich daran erkennen, dass meine Gruppe auch in den Pausen und in ihrer Freizeit den Kontakt zu mir suchte und wir dadurch recht bald eine vertraute Atmosphäre untereinander schufen, was sich wiederum positiv auf den Unterricht auswirkte. Im Allgemeinen halte ich den Einsatz der Praktikanten nicht nur wegen der Unterstützung im Unterricht, sondern vor allem wegen der Funktion als Ansprechpartner derjenigen, die selbst vorhaben als Austauschstudent in Deutschland zu studieren, für sehr wichtig. Auf diese Wiese können schon vorab Kontakte hergestellt und Freundschaften geknüpft werden. Die unterschiedlichen Angebote am Abend boten die Möglichkeit, in entspannter Stimmung zu diskutieren, zu spielen oder aber auch gemeinsam an einem Crashkurs Sütterlin oder der deutschen Tischkultur teilzunehmen und waren somit in meinen Augen eine wirkliche tolle Abwechslung zum straffen Unterrichtsprogramm. Der Studentische Tag war meiner Ansicht nach ein wirklicher Erfolg und es zeigte sich, wozu die Studenten in kurzer Zeit fähig sind. So haben einige in meiner Gruppe sofort die Initiative ergriffen, über die Präsentationsart, den thematischen Umfang der Präsentation sowie der Botschaft ihrer Darbietung zu debattieren und die Ideen via Brainstorming an der Tafel zu sammeln. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit sollten sich als eine wirkliche Bereicherung herausstellen, und zeigten, mit wie viel Witz und Ideenreichtum die Studenten kritische Botschaften zum Ausdruck brachten und deren gesellschaftliche Bedeutung verbildlicht darstellten.

Abschließend möchte ich mich bei Herrn Prof. Aizawa bedanken, dass ich durch die Ermöglichung der Teilnahme am Interuniseminar die vielen interessanten Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnte und mir das Seminar daher in guter Erinnerung bleiben wird. Vielen Dank.

S.K.

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Bericht 3  

Mitte März durfte ich das erste Mal an dem Interuni-Seminar teilnehmen, was sich als eine interessante und lehrreiche Erfahrung herausstellte. Das Thema war »Globalisierung auf dem Teller«. Ich hatte mir große Sorgen gemacht, was den Ablauf und meine Rolle als Praktikantin angeht, kam aber durch die wunderbare Organisation des Seminars gut zurecht und konnte hoffentlich den LehrerInnen und den StudentInnen eine Hilfe sein. Für diese Chance bin ich sehr dankbar.

Am ersten Nachmittag nach der Ankunft wurden Gruppen den jeweiligen Deutschkenntnissen entsprechend gebildet. Die StudentInnen wurden einzeln in drei Runden interviewt und in Gruppen mit ungefähr gleichem Niveau eingeteilt. Die meisten der StudentInnen waren Anfänger, es gab aber auch Fortgeschrittene, die durch einen oder mehrere Aufenthalte in Deutschland sehr gute Sprachkenntnisse besaßen. Im Laufe des Seminars konnten sich insbesondere die fortgeschrittenen StudentInnen in den Diskussionen im Unterricht auszeichnen. Die PraktikantInnen wurden jeweils eine der Gruppen zugeteilt, in der sie auch über die fünf Tage geblieben sind.

Am zweiten Tag gab es vor- und nachmittags Deutschunterricht, sowie einen Vortrag über die Lebensmittelproduktion, über den am Abend heftig diskutiert wurde. Ich betreute eine Anfängergruppe: im Unterricht lernte die Gruppe wichtige Redemittel, die man bei einer Diskussion anwenden konnte. Die StudentInnen durften die Redemittel in Form von Dialogen und kurzen Aufsätzen üben.

Für den dritten Tag war selbstständiges Arbeiten geplant: es wurden Präsentationen und Aufführungen für den letzten Tag vorbereitet und geübt. Dabei assistierten die PraktikantInnen ihren Gruppen beim Schreiben der deutschen Texte. In der lockeren Atmosphäre trauten sich die Anfänger viel öfter, ihre Gedanken zu den Projekten auf Deutsch zu formulieren und festzuhalten. Das kreative Arbeiten in kleinen Gruppen lohnte sich auch insofern, da es nach dem intensiven Unterricht des zweiten Tages für die StudentInnen motivierend wirkte.

Am vierten Tag wechselten die PraktikantInnen vormittags die Gruppen, sodass ich einen Einblick in den Unterricht einer der fortgeschrittenen Gruppen bekommen konnte. Nach dem Anschauen eines anspruchsvollen Filmausschnittes diskutierte man über das Gesehene. Anschließend bekamen die StudentInnen die einzigartige Möglichkeit, sich gegenseitig zu interviewen und auf ein Diktiergerät aufzunehmen. Nachmittags fand der Unterricht der Anfängergruppe in Form eines Spiels statt, was sich als sehr effektiv erwies: Die TeilnehmerInnen wurden in lockerer Atmosphäre zu kurzen »Spontanpräsentationen« aufgefordert und lernten viel über die deutschen Lebensmittel.

Am letzten Tag des Interuni-Seminars wurden die am zweiten Tag vorbereiteten Präsentationen aufgeführt. Diese wurden von Powerpoint, selbst gemachten Plakaten und kreativen Bühnenrequisiten unterstützt.

Natürlich gab es in den fünf Tagen nicht nur knallharten Unterricht, sondern auch Spaß und Unterhaltung. Jeden Abend konnten die StudentInnen die Kneipe aufsuchen, in der lebhafte Gespräche auf Deutsch und Japanisch geführt und Freundschaften geschlossen wurden. Auch gab es Zeit für einen Tischtennis- und Schwimmwettbewerb, sowie Ostereier-Basteln, Spiele, Sütterlinübungen, Tanzen und vieles mehr. Während der Party am vierten Tag wurde gesungen und Klavier gespielt. Insgesamt waren Unterricht und Freizeit perfekt ausbalanciert, wofür der großartigen Arbeit der Organisatoren zu danken ist. Alle TeilnehmerInnen haben während des Seminars viel gelernt, sodass es zu einer wertvollen Erfahrung für alle wurde. Ich möchte mich noch einmal für diese einzigartige Chance bedanken.

R.N.

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Bericht 4  

Durch mein Praktikum beim DAAD habe ich die Möglichkeit erhalten, als Praktikantin am 29. Interuni-Seminar in Kashi teilzunehmen. Auch wenn ich mir zunächst nicht genau vorstellen konnte, wie diese fünf Tage ablaufen würden, habe ich mich schon vor der Abreise sehr darauf gefreut.
Am 12. März versammelten sich die Teilnehmer, Lehrer und Praktikanten am Treffpunkt in Tokyo, um mit zwei großen Bussen in die Berge von Fukushima, nach Kashi, zu fahren.
Bereits auf der Reise zum Seminarhaus begann die Arbeit der Praktikanten und wir versuchten, Gespräche mit den japanischen Studenten zu beginnen, um das Eis zu brechen. Einige Studenten sprachen schon mehr Deutsch als erwartet und konnten fast ohne Probleme kommunizieren, andere waren noch nicht so flüssig, aber bemühten sich sehr, ihr Deutsch anzuwenden und sich neue Wörter schnell zu merken.
In Kashi angekommen, begann das Programm gleich mit der Einteilung der Studenten in zehn Gruppen, wobei in mehreren Durchläufen die Deutschkenntnisse evaluiert und die Studenten in verschiedene Sprachlevel eingeteilt wurden.
Jeder Praktikant wurde schließlich einer Gruppe zugeteilt und stellte somit während des Seminars nicht nur eine Hilfe zum Deutschlernen, sondern vor allem einen vertrauten Ansprechpartner dar.
Auch mir ist meine Gruppe D über die Tage sehr ans Herz gewachsen und wir verbrachten nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Freizeit viel Zeit miteinander.
Die Studenten absolvierten an den anschließenden Tagen vier Unterrichtsblöcke von je drei Stunden zum Thema „Globalisierung auf dem Teller“. Dieses Thema bot viele verschiedene Möglichkeiten, über die Esskultur Japans und Deutschlands und deren Veränderungen sowie Problematiken wie Massentierhaltung und den Fast-Food-Boom zu sprechen. Anfangs gelernte „Redemittel zur Diskussion“ fanden in späteren Unterrichtseinheiten Anwendung, so dass im Laufe der Zeit mehr und mehr diskutiert werden konnte.
Am ersten Unterrichtstag hörten die Studenten zwischen den Unterrichtsblöcken einen Vortrag zu diesen Themen von Frau Herrad Heselhaus (Professorin an der Universität Tsukuba), der die Grundlage für die Diskussionen im Nachmittagsunterricht und im Abendprogramm darstellte.
Einen interessanten Vortrag über ihre eigene Esskultur lieferten auch die koreanischen Gäste.
Besonders am „Studentischen Tag“ konnte ich viel Zeit mit meiner Gruppe und anderen Seminarteilnehmern verbringen, da kein Unterricht stattfand. Stattdessen arbeiteten alle fleißig an ihren Präsentationen für den Tag der Abreise, genossen das heiße Bad im Onsen, spielten Karten oder Tischtennis und nutzen die Möglichkeit zum Gespräch auf Deutsch mit den Praktikanten und den Gästen aus Korea.

Jeden Tag fanden zunächst das Abendprogramm, bestehend aus Sprachspielen, Ostereier bemalen, Sütterlin schreiben lernen und vielem mehr, und dann ein „Kneipenabend“ statt, der trotz der Erschöpfung des Tages von Studenten und Lehrern gleichermaßen gern besucht war. Nichtsdestotrotz fehlte, ganz der japanischen Ausdauer entsprechend, kaum jemand zum Frühstücksbeginn am nächsten Morgen.
Das Seminar wurde mit einer Schlussfeier am letzten Abend abgerundet. Es gab viele japanische Köstlichkeiten aus der Seminarhausküche, die uns die gesamte Tagungszeit über mit leckeren Mahlzeiten bewirtete, selbstgekochte deutsche Kartoffelsuppe, sowie verschiedene deutsche Brot-, Wurst- und Biersorten zum Probieren. Die Studenten gaben Klavierstücke und Gesang sowie lustige Vorführungen und deutsche Zungenbrecher zum Besten.
Am letzten Vormittag vor der Abreise stellten schließlich alle Gruppen ihre Werke vom „Studentischen Tag“ vor. Es gab viele kleine Theaterstücke zum Thema Essen und Esskultur, ein Quiz über die Herkunft verschiedener Gerichte und sogar einen reflektierenden Bericht über das Essen des diesjährigen Interuni-Seminars. Alle Gruppen stellten ihre Präsentationen, oft sogar komplett auswendig, auf Deutsch vor.
Nach fünf Tagen in Kashi fiel vielen der Abschied von den neu gewonnenen Freunden schwer. Man tauschte Kontaktadressen aus, schoss Erinnerungsfotos und nahm sich vor, sich entweder beim nächsten Interuni-Seminar in Japan oder auch in Deutschland wieder zu treffen.
Für mich war das Interuni-Seminar eine lehrreiche und interessante Erfahrung, und ich freue mich, dass ich die Möglichkeit hatte, daran teilzunehmen.
Vielen Dank für die tolle Zeit vor allem an die Organisatoren, aber auch an die Lehrer, Praktikanten, Studenten, besonders meine Gruppe D und die Mitarbeiter unseres Seminarhauses in Kashi.
Wenn ich wieder einmal die Möglichkeit haben sollte, am Interuni-Seminar teilzunehmen, möchte ich sie gerne wahrnehmen!

A.K.


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Bericht 5  

Vom 12. bis zum 16. März 2010 habe ich als Praktikantin am 29. Interuni-Juniorenseminar in Kashi teilgenommen und dabei viele wichtige Erfahrungen gesammelt.

Obwohl ich aus zeitlichen Gründen an der Vorbesprechung nicht teilgenommen hatte, konnte ich mir aufgrund der vielen Informationen per Email vor Beginn des Seminars ein recht gutes Bild davon machen, was mich erwarten würde, so dass meine anfängliche Unsicherheit schnell verflog. Dennoch war ich etwas aufgeregt, weil ich nicht wusste, inwiefern die Kommunikation mit den Studenten funktionieren würde und in welcher Art und Weise ich von den Lehrern in den Unterricht eingebunden werden sollte.

Schon bei der Gruppeneinteilung bekam ich die Gelegenheit, aktiv mit den Studenten zu arbeiten. Ich wurde gebeten, ihnen einfache Fragen zu stellen und kurze Gespräche zu führen, damit die Lehrer sich ein Bild von ihren Deutschkenntnissen machen konnten. Da es sich bei den Studenten vor allem um Anfänger handelte, gestaltete sich dies nicht ganz einfach. Am schwersten viel es mir zu entscheiden, ob ich das Schweigen der Studenten auf meine Fragen mit einer neuen Frage unterbrechen oder geduldig auf eine Antwort warten sollte. Auch die Beurteilung der Deutschkenntnisse war schwierig, da viele Teilnehmer mit Sicherheit ihre Selbstvorstellung auswendig gelernt hatten und nicht die Zeit blieb, weitere Fragen zu stellen. Dennoch glaube ich, dass es uns gelungen ist, die Studenten in homogene Gruppen einzuteilen, und halte das System, eine Gruppeneinteilung in drei Durchgängen durchzuführen, für angemessen und effektiv.

Der zweite Unterrichtstag, war für mich besonders interessant und lehrreich. Es war das erste Mal, dass ich die Gelegenheit hatte, einen Deutschunterricht zu beobachten und ich war überrascht, wie kreativ und lustig die Lehrer den Unterricht teilweise gestalteten. Besonders beeindruckt war ich davon, wie Wörter oder Satzstrukturen mit Hilfe von Beispielen oder Gestiken erklärt wurden. Aufgabenstellungen wurden häufig sowohl auf japanisch als auch auf deutsch erläutert, wobei darauf geachtet wurde, so wenig japanisch wie möglich zu sprechen. Nur am letzten Tag, als ich einer der unteren Gruppen zugeteilt wurde, war es unvermeidbar, ab und zu auch japanisch zu verwenden. Gut fand ich, dass den Studenten zuerst beigebracht wurde, wie sie nach unbekannten Wörtern und Ausdrücken fragen können, und dann angeleitet wurden, diese Floskeln auch zu verwenden.

Der studentische Tag, an dem die Studenten selbstständig einen Beitrag zur Abschlussfeier vorbereiteten, war sehr gelungen, da die Gruppenarbeit Gelegenheit zum näheren Kennenlernen bot und eine nette Atmosphäre innerhalb der Gruppe entstand. Schade fand ich allerdings, dass die Studenten während der Gruppenarbeit größtenteils auf japanisch statt auf deutsch miteinander kommunizierten. Meiner Meinung nach wäre es schön, wenn hier eine Lösung gefunden werden könnte, dies zu verhindern oder zumindest einzuschränken.

Den während der Nachbesprechung schon diskutierten Vorschlag, den studentischen Tag und die „Freizeit“ an zwei getrennten Tagen abzuhalten, finde ich sehr gut. Ich empfand das Programm allgemein als ziemlich straff und glaube, dass es sowohl für die Praktikanten als auch für die Studenten weniger anstrengend und ermüdend wäre, den Unterricht auf jeweils zwei Vormittage zu verteilen und sich anschließend selbst zu beschäftigen.

Das System, jeweils einen Praktikanten einer bestimmten Gruppe zuzuteilen, finde ich sinnvoll. Ich glaube, dass es den Studenten Sicherheit vermittelt, wenn sie sich nicht bei jeder Unterrichtseinheit an einen neuen Praktikanten gewöhnen müssen. Da es in den unteren Gruppen für den zuständigen Praktikanten jedoch sehr anstrengend werden kann, schlage ich vor, diesen Gruppen, falls möglich, jeweils 2 Praktikanten zuzuteilen.

Insgesamt war das Praktikum beim Interuni-Seminar eine sehr wertvolle Erfahrung für mich. Ich war beeindruckt von der reibungslosen Organisation und hatte auch den Eindruck, dass die Studenten viel Spaß am Unterricht hatten. Ich bin von der Effektivität des Interuni-Seminars überzeugt und hoffe, dass es auch in Zukunft weiterhin regelmäßig abgehalten werden kann.

J.R.

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Bericht 6  

Die Teilnahme als Praktikantin am diesjährigen Interuni-Seminar (12.03. - 16.03. 2010) war für mich eine sehr lehrreiche, interessante Erfahrung.

Das Rahmenthema lautete: „Globalisierung auf dem Teller“ [お皿の上のグローバル化] und bot vielfältige Möglichkeiten nicht nur über alltägliche Essgewohnheiten in Deutschland, Japan und Korea zu diskutieren, sondern ebenso über die Lebensmittelproduktion, die Nahrungsmittelindustrie und das Konsumverhalten jedes Einzelnen im internationalen Kontext.

Am ersten Tag wurden die japanischen Studenten in Gruppen eingeteilt, wobei Lehrende und Praktikanten in mehreren Etappen die Sprachkompetenz der Teilnehmer bewerteten, um innerhalb der einzelnen Gruppen ein vergleichbares Deutsch-Niveau im Verstehen und Sprechen zu erzielen. Trotzdem gab es in den meisten Gruppen einzelne Studenten, die mal mehr und mal weniger stark vom Leistungsdurchschnitt abwichen, was in der Gruppenarbeit zum Teil spürbar war.

Die Atmosphäre im Unterricht war entspannt, viele Studenten beteiligten sich mit viel Energie und Kreativität. Außerdem waren sie sehr motiviert, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und anzuwenden. Weiterhin empfand ich die Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Praktikanten als angenehm und respektvoll. Als Praktikantin wurde ich meist gut in den Unterricht eingebunden und war damit ständig im direkten Kontakt mit den Studenten.

Sehr positiv möchte ich anmerken, dass viele Lehrer großen Wert auf meine Meinung als Praktikantin legten, und somit mit mir zusammen, vor und nach den Unterrichtsphasen, einzelne Lern- und Lehrmethoden, sowie den Diskussionsstoff auswerteten.

Interessant fand ich, dass jeder Praktikant die Gruppen wechseln konnte und somit die Möglichkeit hatte, sowohl mit Anfängern als auch mit Fortgeschrittenen zu arbeiten. Allerdings ist es vielleicht insgesamt effektiver und übersichtlicher, wenn ein Praktikant einer einzelnen Gruppe zugeordnet wird, um ein fester Ansprechpartner und auch eine weitere Vertrauensperson für die Studenten zu sein.

Am „studentischen Tag“ gab es für uns Praktikanten die Gelegenheit, mit unserer Gruppe eine Abschlusspräsentation vorzubereiten, ohne dass die Lehrkräfte anwesend waren. Der Hauptteil der Vorarbeit wurde zwar auf Japanisch diskutiert, aber das Zusammenspiel untereinander war im Allgemeinen harmonisch und entspannt.

Die vielseitigen Abendprogramme und die „Kneipe“ waren zwei weitere positive Punkte innerhalb des Seminars, da sie zu einer lockeren Atmosphäre beitrugen und einen intensiveren Austausch zwischen Deutschen, Japanern und Koreanern, aber auch zwischen Lehrkräften und Praktikanten förderten. Vor allem in der Kneipe zeigten sich doch viele japanische Studenten, die während des Unterrichts eher zurückhaltend waren, ganz ungezwungen und aufgeschlossen und trauten sich häufiger auf Deutsch zu kommunizieren.

Leider gab es für alle Beteiligten des Seminars kaum eine Pause, da die geplante Freizeit von allen Gruppen für die Vorbereitungen der Abschlusspräsentation genutzt wurde und zudem der alltägliche Zeitplan sehr straff war.

Die Resultate der Präsentationen am Abreisetag haben mich positiv überrascht, und zeigten mir, mit wie viel Motivation und Begeisterung in den einzelnen Gruppen gearbeitet wurde.

Abschließend möchte ich allen Organisatoren, Lehrkräften, Praktikanten und Studenten danken, mit denen ich zusammen dieses Seminar erleben durfte.

Mein besonderer Dank gilt Herrn Aizawa, der mir die Teilnahme an dem Interuni-Seminar ermöglicht hat. Diese einzigartige Erfahrung des Kultur- und Sprachaustausches hat mich sehr bereichert und ich hoffe, dass ich auch in Zukunft ein weiteres Seminar erleben darf.

A.P.

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Bericht 7  

Ich hörte zum ersten Mal vom Interuni Seminar, als ein Dozent mir anbot daran teilzunehmen. Es war das erste Mal für mich bei einem solchen Seminar dabei zu sein, und ich muss sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Es hat viel Spaß gemacht, und man konnte viele neue Leute kennenlernen. Organisatoren, Lehrer, Tutoren und Studenten waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich oft unsicher gefühlt habe, da ich nicht so recht wusste, welche Aufgaben ich als Praktikantin im Unterricht zu erfüllen habe. Nachdem ich mich bei den jeweiligen Lehrern erkundigt habe, war ich etwas erleichtert, da ich zumindest nichts falsch gemacht zu haben schien.

Unter dem Thema „Globalisierung auf dem Teller“ konnte ich mir am Anfang außer internationaler Küche nicht wirklich viel vorstellen. Aber im Laufe des Seminars kamen weitere Aspekte, wie zum Beispiel die Massenproduktion und Massentierhaltung oder das eigene Ernährungsbewusstsein hinzu. Es wurde versucht, sich im Unterricht kritisch mit diesen Themen auseinander zu setzen. Jedoch schien den Japanischen Studenten das Diskutieren schwer gefallen zu sein, was weniger am Sprachlevel lag, da die Gruppe, der ich zugeteilt war, sich gut auf Deutsch ausdrücken konnte. Außerdem war ihnen die Möglichkeit gegeben, sich auch auf Japanisch zu äußern. Woran es nun lag, dass die Diskussionen eher fruchtlos blieben, kann ich nicht sagen.

Die Gruppeneinteilung am ersten Tag fand ich schwer. Die japanischen Studenten mussten sich hier vorstellen, was sie im Deutschunterricht sicherlich schon tausende Male machen mussten. Daher hatte man zu Beginn den Eindruck, sie können alle sehr gut Deutsch, aber sobald sie Fragen beantworten sollten, stellte man fest, dass einige ihre Selbstvorstellung einfach nur auswendig konnten.

Der studentische Tag war der erste Tag, an dem ich merkte, dass die Studenten mich als Teil ihrer Gruppe ansahen, was mich ungemein gefreut hat. Wir hatten uns schon am Abend zuvor getroffen, um unser Programm für den letzten Tag zu besprechen, trotzdem brauchten wir den „Unterricht“ des studentischen Tages sowie die gesamte Freizeit am Nachmittag, um alles auszuarbeiten. Was ich aber nicht weiter schlimm fand – ganz im Gegenteil, es hat mich gefreut, so viel Zeit mit der Gruppe verbringen zu können. Am letzten Abend während der Kneipenzeit haben wir dann schließlich noch mehrmals geprobt.

Alles in allem war es eine sehr schöne Erfahrung, bei der man nicht nur etwas zum Thema, sondern auch über sich selbst lernen konnte. Es wäre toll, wenn es in Deutschland ebenfalls solch ein Seminar (hier aber dann für Japanisch) geben würde.

E.P.

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Bericht 8  

Das 29. Interuniversitäre Juniorenseminar vom 12. bis zum 16. März in Kashi, Fukushima war für mich schon das zweite Interuni-Seminar. Nach dem mir die Teilnahme am letzten Sommerseminar in Nojiri 2009 sehr gut gefallen hat, war ich sehr froh, wieder dabei sein zu können. Ich war gespannt, ob trotz der großen Teilnehmerzahl von über 120 Personen wieder ein intensives Arbeiten und Begegnen möglich werden würden. Das aktuelle Thema des Seminars „Globalisierung auf dem Teller“ hörte sich vielversprechend und diskussionsanregend an. Schon während der mehrstündigen Busfahrt vom Tokioter Bahnhof in die noch schneebedeckten Berge Fukushimas kam ich mit vielen Seminaristen ins Gespräch; alte Bekannte vom letzten Seminar waren auch wieder dabei. Die über 90 teilnehmenden Studenten kamen von verschiedenen Universitäten Japans und die meisten von ihnen hatten erst vor einem Jahr begonnen, Deutsch zu lernen. Die Teilnehmer wurden nach der Ankunft aufgrund von drei Vorstellungs- und Gesprächsrunden entsprechend ihren Deutschkenntnissen in 10 Gruppen geteilt. Jeder Praktikant wurde einer Gruppe zugewiesen und blieb für die restlichen Tage als Vertrauensperson in dieser Gruppe.

Die folgenden Tage waren durch ein reichhaltiges und gut durchorganisiertes Seminarprogramm geprägt. Alle Unterrichtseinheiten hatten die „Globalisierung auf dem Teller“ zum Grundthema und nach dem Unterricht folgte nach dem Abendessen ein breites Abendprogramm mit Diskussion, Vortrag, Spiel und Basteln. Außerhalb dieses Programms konnten sich die Teilnehmer in dem großen dreistöckigen Seminarhaus begegnen, das große Schwimmbad oder auch die aufgestellten Tischtennistische nutzen. Ich selber habe es genossen, jeden morgen vor dem Frühstück (nach Wahl und Aufstehzeit westlich oder japanisch) ein paar Bahnen zu schwimmen. Bei der Beschreibung der Anlage möchte ich unbedingt auch das freundliche Personal und das köstliche Essen loben.

In meiner Gruppe, die zu den fortgeschrittenen Gruppen zählte, wurden am nächsten Tag  anhand von Rollenspielen wichtige Dialogbausteine eingeübt, die es den Studenten ermöglichten, ihre Meinung spontaner zu äußern. Am frühen Nachmittag folgte dann der Vortrag von Frau Heselhaus, den alle Teilnehmer hörten. Dieser Vortrag, der die Entfremdung des Einzelnen von der Herkunft und des Herstellungsprozesses unseres täglichen Essens zum Thema hatte, wurde zum Anlass einer lebhaften Diskussion im Nachmittagsunterricht. Nach dem Abendessen nahm ich an der Diskussionsrunde über den Vortrag von Frau Heselhaus teil. Während der Diskussion wurde deutlich, dass die Globalisierung des Essens allgemein als problematisch und stark verbesserungsbedürftig wahrgenommen wird. Zur Erörterung von Möglichkeiten, wie man sich demgegenüber individuell verhalten kann, hätte es wohl einer zweiten Diskussionsrunde bedurft.

Am dritten, „studentischen“ Tag bereiteten die Studenten ohne einen Lehrer aber mit Unterstützung ihrer Praktikanten selbstständig eine Präsentation für den Morgen des letzten Tages vor. Dazu teilten sie sich in drei Gruppen auf, erarbeiteten eine Präsentationsform und den zugehörigen Dialog und begannen teilweise mit der Herstellung von Requisiten. Am Nachmittag hatten alle Teilnehmer frei. Ich nutzte diese Zeit um ein wenig Schlaf nachzuholen, Spiele zu spielen, kurz der Tischtennismeisterschaft zuzuschauen und einen Spaziergang zu machen. Nach dem Abendessen war ich dann wieder fit für den sehr interessanten Vortrag unserer beiden koreanischen Gäste Youngick Chang, Professor für deutsche Literatur an der Korea Universität und seiner Studentin Yuwong Song über das traditionelle und moderne koreanische Essen. In der anschließenden Diskussion gab es ein großes Interesse bei den Zuhörern an der Erklärung, warum in Korea so scharf gegessen wird. Zum Ausklang des Tages konnte man sich wieder in der Kneipe zusammensetzen und sich weiter kennenlernen.

Am nächsten Tag gab es am Vor- und Nachmittag wieder Gruppenunterricht. Die Praktikanten verließen für den Vormittagsunterricht die ihnen anvertraute Gruppe und unterstützten den Unterricht in einer anderen Gruppe. Dies fand ich sehr interessant, da ich die Gruppenarbeit auf einem anderen Sprachniveau kennenlernen konnte. Am Nachmittag war ich dann wieder bei „meiner“ Gruppe, wo wir uns mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen der japanischen und deutschen Argumentationsform beschäftigten. Am Abend gab es dann die Schlussfeier mit großem Buffet, deren Vorbereitungen schon am späten Nachmittag begannen. Hier wurden japanische und deutsche Leckereien angeboten. Viele werden sich über die vielen Brot- und Wurstsorten sowie den schmackhaften, selbst gemachten Eintopf gefreut haben. Dazu gab es leckeres Bier und Wein. Doch war an diesem Abend nicht nur Feiern angesagt, sondern auch die Abschlussvorbereitungen unserer Präsentation für den folgenden Morgen. Wie schon beim letzten Interuni-Seminar war ich über den Eifer und die Energie der Studenten überrascht.

Am Morgen vor der Abreise stand die Präsentation des Studentischen Tages auf dem Programm. Trotz der sich nun deutlich bemerkbar machenden Müdigkeit hat jede Gruppe ihre Präsentation mit Freude vorgeführt. Im Vordergrund der einzelnen Präsentationen in Form von Theaterstücken oder Dialogen standen Möglichkeiten des Umganges und des Reagierens auf die Globalisierung des Essens. Die Rückfahrt nach Tokio nutzten viele Teilnehmer, um sich von der lebhaften Zeit zu erholen und ein Schläfchen zu machen oder um Kontaktdaten auszutauschen. Ich selber freue mich schon auf das baldige Uchiage-Treffen meiner Gruppe in Tokio.

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, wieder am Interuni-Seminar teilgenommen zu haben. Es waren intensive Tage, an denen ich viele nette Menschen und die Arbeitsweise der japanischen Studenten kennenlernen konnte. Ich freue mich über diese Erfahrung, von der ich noch lange etwas haben werde, und möchte mich bei allen Beteiligten und besonders bei meiner Gruppe für die schöne Zeit bedanken.

B.H.

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Bericht 9  

Ich habe zum 2. Mal als Praktikantin am Interuni Seminar teilgenommen und es war wieder eine sehr tolle Erfahrung für mich. Es war schön, so viele nette Leute kennenzulernen und auch ein paar bekannte Gesichter vom letzten Interuni-Seminar wiederzusehen. Wenn man sich über mehrere Tage hinweg so ausführlich mit einem Thema beschäftigt, kann man sich sehr intensiv darüber Gedanken machen und lernt in den Diskussionen und Vorträgen viele Perspektiven kennen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Das Thema „Globalisierung auf dem Teller“ hat uns alle sehr beschäftigt. Es ging nicht nur darum, wie sich z.B. unsere Speisekarte durch die Globalisierung verändert hat, sondern es wurden v.a. auch viele Problemthemen diskutiert (der Kontrast zwischen verhungernden Menschen und unserer verschwenderischen Gesellschaft, die Ausbeutung durch den Kaffeehandel etc.). Besonders wichtig fand ich die Frage, was wir selbst gegen diese Probleme tun können.

Die Gespräche mit den Studenten (sowohl im Unterricht als auch in der Freizeit, in der „Kneipe“ oder beim Essen) bestanden nicht nur aus Small-Talk, sondern wir konnten uns auch über private oder tiefgründigere Themen unterhalten, was mir sehr gut gefallen hat. Auch die Studenten, die noch nicht so lange Deutsch lernen, haben sich viel Mühe gegeben, auf Deutsch (und mit Händen und Füßen) zu kommunizieren und das hat auch schon sehr gut funktioniert. Alle Studenten waren wirklich sehr motiviert! Am „Studentischen Tag“ haben sie sich tolle Sketche überlegt, die wirklich lustig waren und dabei gleichzeitig eine Botschaft vermittelt haben (z.B. dass man auf eine gesunde Ernährung achten sollte und dass man beim Einkaufen selbst die Wahl hat, welche Produkte man kauft etc.). Die Umsetzung war so kreativ und lustig (z.B. ging es in einem Sketch um Schneewittchen, das übrigens von einem männlichen Studenten gespielt wurde. Schneewittchen isst in dem Sketch zu viele Süßigkeiten, bricht zusammen und wird am Ende durch einen Bio-Apfel gerettet.).

Diesmal waren wir Praktikanten fast die ganze Zeit (bis auf einen Tag) in der gleichen Gruppe. Das habe ich als sehr positiv empfunden. Wir konnten dadurch eine engere Beziehung zu den Studenten aufbauen. Beim Essen, in der „Kneipe“ oder am Kaffeetisch habe ich auch viel mit Studenten aus anderen Gruppen gesprochen, aber ich denke, dass es besonders für die Lerner, die sich noch nicht so flüssig auf Deutsch ausdrücken können, gut war, ihren „eigenen“ Praktikanten zu haben.

Da ich Deutsch als Fremdsprache studiere, war es für mich auch besonders interessant, den Unterricht von verschiedenen Lehrkräften kennenzulernen und mich dort (je nach Lehrkraft aktiv oder eher im Hintergrund) am Unterricht zu beteiligen.

Bevor wir uns alle abends in der „Kneipe“ unterhalten haben, gab es ein tolles Abendprogramm. Da konnte man zum Beispiel Ostereier färben, Osterdekoration basteln, Sprachspiele machen oder singen. In meiner Gruppe (beim Basteln) waren alle wirklich sehr kreativ und es hat total viel Spaß gemacht. Auch über das sonstige Abendprogramm habe ich nur positives Feedback bekommen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den Lehrkräften und Organisatoren bedanken, die sich schon lange im Vorfeld so viele Gedanken gemacht und alles so gut vorbereitet haben.

Vielen Dank und (hoffentlich) bis zum nächsten Interuni-Seminar!

S.K.

 

 

Vielen Dank und auf Wiedersehen!!
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