第39回 夏のインターウニ (2017年8月) を開催しました!
Das 39. Sommerseminar fand von 4. bis 8. August 2017 am Yamanaka-Ko statt!


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 (Deutsch folgt unten)
第39回 夏のインターウニ・ゼミナールでは
岐路に立つ「共通の価値」をテーマに議論しました。

ドイツのメルケル首相は、歴代政権に比べて日本との距離が近いとは言えませんが、それでも来日のたびに、たとえば、「ドイツにとって日本はアジアで2番目に大きい貿易相手国であり、共通の価値と考え方を分かち合っています」
(2015年3月)といった発言を繰り返して、日独が「共通の価値」を共有していることを強調しています。この確認はおそらく、中国やトルコに対しては行い得ないものですから、ドイツが日本に対して一定の評価を表しているものと見ることができるでしょう。しかし、ここで言う「共通の価値」とは何を意味するのでしょうか? そもそも「価値」とは何なのでしょう?

日常生活の中で私たちは、「友情」や「誠実さ」、「信頼」や「家族」など、とても多様な「価値」をそれぞれ大切にしています。しかし「共通の価値」という表現が使われるときに考えられているのは、欧州や西欧が近代化のプロセスの中で勝ち取ってきた民主主義的価値のことです。EUが大切にしている「共通の価値」として、たとえばこんな記述がよく見られます。
「EUの基礎となっている共通の価値とは、人間の尊厳の尊重、自由、民主主義、平等、法治国家、そして、マイノリティとされる人々を含めたすべての人の基本的人権の擁護のことである。」 
これらの価値は日独の憲法にも大きく謳われています。セミナーではまずErika Kamimura-Zöllnerさんに、これらの価値がドイツでは、基本法が何度改正されても絶対に変更できないEwigkeitsklauselとして規定されていることを紹介してもらいました。

民主主義とか人権、法の支配や自由といった価値はしかし近年、トランプ政権の誕生や欧州各国を席巻する右翼ポピュリズムによって大きく揺らぎ始めています。アフリカから大勢の難民が押し寄せるとき、人権や正義といった「政治的に正しい(political correct)な価値」よりも身の回りの生活の方が大事だという感覚に結びついて、ナショナリズムや人種・民族差別が多くの先進国で復活しつつあります。

今回のセミナーでは、この文脈でまずドイツのLeitkulturの問題を取り上げました。ドイツにとって望ましい、あるべき文化規範をあらわすdeutsche Leitkulturという概念は、90年代末からさまざまな人によって提唱され議論になってきたものです。今年2017年になってThomas de Maizière 内相は改めて10項目のDeutsche Leitkulturを提唱しました。そこにあげられている各項目について、ドイツ人が構成するドイツという国にとって望ましい文化規範がこうした形で提唱されるのはどういうことなのか、活発な議論を行いました。Leitkulturの中には明らかに、多様な文化の混在(Multikulti)への拒否感が表現されています。それは、ドイツが提唱している「共通の価値」とどう関係するのでしょうか?これらの点について、ドイツのCSUや日本の日本会議といった伝統主義的な考え方とも比較しつつ、活発な議論が行われました。

さらに今回のセミナーでは、「価値」というテーマを多様な方向に広げて活発な議論を行いました。韓国からのゲストは女性差別の問題を取り上げて、私たちの社会がどんな価値をベースにしているのかを問うプレゼンを行なってくれました。ケプラー・タサキ先生からは「共通の価値を担うメディアとしてのゲーテの『ファウスト』と題して講演していただきました。さらに、学生グループがテーマを選んで議論をかわし、自由に発表した最終日には、「公平・公正(Fairness)」という価値が新たな差別を生み出してしまう問題や、食文化に潜む価値、報道の自由や雇用のあり方、さらには最近の流行語である「女子力」ということばに潜む価値の問題など、多様なプレゼンが行われました。

今回のセミナーは、過去のリピーターの割合がいつになく高く、社会人としての経験豊かな参加者が議論をより多様で現実的なものにしてくれました。ドイツ語を学んでインターウニを「卒業」した方たちが、こうして大学1年生から参加するセミナーに一緒に参加してくださることで、Inter-Uni-Seminarには「世代を超えた」という意味のInterがつけ加わる時期が来たようです。

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„Gemeinsame Werte“ in Gefahr―so lautete das Rahmenthema des 39. interuniversitären Sommerseminars, das im August 2017 am Yamanakako-See stattfand.

Bundeskanzlerin Merkel ist nicht unbedingt als Japanfreund bekannt, trotzdem betont sie bei ihren Besuchen in Japan immer wieder, dass Deutschland mit seinem zweitgrößten Handelspartner in Asien „gemeinsame Werte und Vorstellungen“ teile (so zum Beispiel im März 2015). Eine Aussage, die sie sicher nicht gegenüber China oder der Türkei wagen würde. Was ist aber mit den „Gemeinsamen Werten“ gemeint? Was sind die „Werte“ überhaupt?

In unserem Alltag schätzen und pflegen wir unterschiedliche Werte wie „Freundschaft“, „Redlichkeit“, „Vertrauen“ oder „Familie“. Wenn jedoch von den „gemeinsamen Werten“ die Rede ist, so sind damit vorwiegend die demokratischen Werte gemeint, die der Westen im Laufe der Modernisierung erkämpft hat. Im Namen der Europäischen Union werden diese zum Beispiel wie folgt formuliert:
Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwurde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. http://www.europe-direct.de/eu-im-ueberblick/werte-und-ziele/
Diese Werte sind sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Verfassung tief verankert. In ihrem Einführungsvortrag hat uns Frau Erika Kamimura-Zöllner betont, dass sie im deutschen Grundgesetz bei allen Verfassungsänderungen als "Ewigkeitsklausel" geschützt sind (Art. 79, Abs.3).

Diese Werte sind nun weltweit in Gefahr, spätestens seit Donald Trump in den USA an der Macht ist und in vielen europäischen Ländern der Rechtspopulismus boomt. Die Flüchtlingswellen aus Krisengebieten verängstigten viele Bürger, die ihr Alltagsleben und ihre Arbeitsplätze durch die „politisch korrekten“, gemeinsamen Werte bedroht sehen. Damit wurden die nationalistischen bis rassendiskriminierenden Gedanken in vielen Ländern wieder salonfähig. 

In diesem Kontext haben wir uns im 39. Interuni-Seminar zuerst mit der deutschen „Leitkultur“ beschäftigt – einem Begriff, der seit Ende der 1990er Jahre immer wieder für heftige Debatten gesorgt hatte und nun erneut vom Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Form von zehn Punkten vorgeschlagen wurde. Dort sind die für die Deutschen wünschenswerten Werte genannt, die offensichtlich gegen das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft gerichtet sind. Unsere Fragen waren: Wie verhält es sich mit den konservativen Ideen einer deutschen bzw. europäischen Leitkultur in Bezug auf diese „gemeinsamen Werte“, und wo liegen die Grenzen zu den rechtspopulistischen Denkweisen? Dazu gab es rege Diskussionen auch im Vergleich mit den konservativ-traditionalistischen Ideologien der CSU (Deutschland) bzw. Nippon Kaigi (Japan).

Darüber hinaus haben wir über unterschiedliche „Werte“ diskutiert. Die Gäste aus Korea haben die „Diskriminierung der Frauen“ in ihrem Land kritisch thematisiert und die Werte, die dahinterstecken, in Frage gestellt, Zum Thema „Goethes Faust als Medium 'gemeinsamer Werte' - Betrachtungen zu Kurosawa Akira und Tezuka Osamu" durften wir einen sehr anregenden Vortrag von Herrn Keppler-Tasaki hören, und am „Studentischen Tag“ haben sich die Teilnehmer mit weiteren Themen in Gruppen beschäftigt, etwa mit den Fragen, warum aus Fairness oft neue Diskriminierungen hervorgehen und welche Werte in unserer Esskultur, im Konzept der Pressefreiheit, aber auch in dem neuen Modebegriff „Mädchenfähigkeit“ stecken.

Der Anteil der „Wiederholer“, d.h. der ehemaligen Interuni-Teilnehmer, die ihre Erfahrungen im Berufsleben in die Diskussion mitgebracht und das Seminar bereichert haben, war diesmal besonders hoch. Die Grenze zwischen den studentischen und Alumni-Teilnehmern ist verschwunden und somit ist das Interuni-Seminar noch ein Stück „interer“ geworden. Wir freuen uns, dass das Interuni-Seminar auch ein Ort sein kann, an dem die Berufstätigen, die während des Studiums intensiv Deutsch gelernt haben, für knapp eine Woche ihr Studentendasein zurückerobern und zusammen mit den jungen Teilnehmern gemeinsam diskutieren können.